Die BUS und der Dioxin-Skandal

Die Anwohner in Wanheim-Angerhausen wurden in der Vergangenheit schon durch die neben den Rheinstahl-Hallen gelegenen „Berzelius Umwelt Service“ AG (BUS) in Atem gehalten. Eine fragwürdiges Unternehmen, dass sich auf das hochprofitable Geschäft mit metallhaltigen Stäuben konzentriert hatte und 1999 Wanheim-Angerhausen in der Nacht vom 14. auf den 15. März mit Dioxin verseuchte. Rund 4000 AnwohnerInnen, zahlreiche, auf Grund des seit langem wieder schönen Wetters draußen spielende Kinder und Schulklassen waren fast drei Tage lang mit dem giftigen Staub in Berührung gekommen oder hatten ihn verschluckt. Die Firma versucht, die Panne zu vertuschen und informiert weder Polizei noch Umweltbehörden.

Erst auf massiven Druck durch die Duisburger Umweltbewegung und das grüne Ministerium unter Bärbel Höhn erfolgte der Einbau von Aktivkohlefiltern.

Der BUS-Vorstand wurde für Donnerstagmorgen ins Umweltministerium bestellt, wo er Rede und Antwort stehen mußte. Zugegeben wurde nur das, was nicht mehr abzustreiten war. Der Störfall war bereits gegen 22.20 Uhr aufgetreten und nicht erst gegen 2.30 Uhr, wie zunächst behauptet. Der Zeitpunkt und die bereits erwähnten Zeugen hinterlassen übrigens auch erhebliche Zweifel, ob die von den Behörden übernommene Firmenversion stimmt, max. 1,2 Tonnen Staub seien ausgetreten. IG-Metall- interne Informationen gehen ebenfalls von mehreren Tonnen aus.

Die fünf Arbeiter der Nachtschicht, die bei der BUS mit der Staubverladung beschäftigt waren, waren außerdem in keiner Weise über das Gefahrenpotential aufgeklärt. Kein Wunder, so die IG Metall Duisburg in einer öffentlichen Erklärung, war doch die Firma bereits seit Monaten auch in Sachen Arbeitsschutz durch Schlamperei und Mißachtung aufgefallen. Erst unlängst hatte es durch mangelhaften Arbeitsschutz bei einem Beschäftigten schwere Verbrennungen gegeben.

Außerdem mußten die BUS-Vorständler im Ministerium einräumen, daß die Anlage technisch manipuliert worden war. Der angelieferte Zinkstaub war nicht umgeladen worden, um ihn durch den Drehrohrofen zu schicken, sondern er wurde durch einen Bypass daran vorbeigeleitet und verdünnt den Metallresten zugeführt, die den Drehrohrofen “normal” durchlaufen haben und dann weiterverarbeitet werden. Eine absolut kriminelle, aber hochprofitable Verfahrensweise!

Bei dem trickreichen Vorbeischleusen war dieses Mal ein Schlauchfilter gerissen und das giftige Material durch einen kleineren Kamin in die Umgebung verteilt worden. Wie sich herausstellte, war dies auch nicht das erste Mal. Bereits am 12.3.99 war minutenlang Giftstaub ungefiltert ausgetreten, was von einem Mitarbeiter des STUA beobachtet worden war.

Quelle: vsp-vernetzt

Die Firma ist bei der Justiz bestens bekannt: B.U.S.-Mutter ist die EWS Euro Waste Service AG in Dülmen. Deren Mehrheitsaktionäre Johannes und Dieter Löbbert sitzen seit Ende letzten Jahres wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung, Kreditbetrug und Bilanzfälschung in Untersuchungshaft.

Quelle: focus