Atommüllverarbeitung in Duisburg

GNS

GNS Halle 2

GNS Halle 2

Die Firma „Gesellschaft für Nuklearservice“ (GNS) hat drei der ehemaligen Rheinstahl-Hallen auf dem heutigen Gebiet der SONA-Präzisionsschmiede angemietet. Sie betreibt dort eine zentrale Konditionierungsanlage für die bundesweite Verarbeitung von mittelradioaktivem Atommüll. Zurzeit liegt eine Genehmigung für 3300 Tonnen vor (2500 Tonnen lagern bereits im Zwischenlager – zum Teil unter freiem Himmel).

Aber das ist für die GNS noch nicht genug. Eine Anfrage zur Erweiterung der Anlage liegt dem Duisburger Stadtrat bereits vor und die Antragsteller geben sich sehr optimistisch die Erweiterung durchzuboxen zu können.

Auf das vorgebrachte Argument der Genehmigungsbehörden, es finde keine Emission statt, reagierte Dr. Birgit Beisheim: Eine Null-Emission bei so einer Anlage gibt es nicht, und wenn es feinste Staubpartikel sind, natürlich werde die angrenzende Umgebung belastet.

Wenn man den Antrag von GNS auf Erweiterung des Firmengeländes ablehne, werde dies von Rat oder Oberbürgermeister beanstandet, waren sich die Fraktionen einig.

(Quelle: contrAtom)

Geographie

Google-Link: Richard-Seiffert-Straße, 47249 Duisburg

Luftbild mit Distanzen zu Wohngebieten oder öffentlichen Straßen

Zum Vergleich: In NRW ist ein Mindestabstandes von 1500 Metern zwischen einer Windkraftanlagen und einer Wohnbebauung einzuhalten.

Mit Blick von der Heinrich Hildebrandt Höhe in Angerhausen, kann man gut erkennen, was diese geringe Distanz  für die Anwohner bedeutet.

Anfahrt des Atommülls

über die Straße

Die Anfahrt des Atommülls erfolgt in 20 Fuß Standard-Containern auf normalen LKWs. Die direkte Straßenzufahrt zur GNS wurde zwar in eine Industriebrache an der Richard-Seiffert-Straße verlegt, aber der Weg zu den Autobahnen A59 bzw. A3 führt zwangsläufig ebenfalls durch dicht besiedelte Wohngebiete.

per Bahn

Durch die bereits vorhandene Gleisanlage kann der Atommüll auch per Eisenbahn antransportiert werden.

zu Wasser

Die GNS hat sich von der Bezirksregierung auch eine Genehmigung für den Transport des Atommmülls über das Lockport II Gelände erteilen lassen. Das dürfte die Freude der Duisburger Anwohner über den “Strukturwandel ” des Geländes der ehemaligen Zinkhütte MHD-Sudamin (Steuerzahlerkosten) dämpfen.

Ziel ist die Etablierung eines trimodalen Logistikzentrums für hochwertige Stückgüter und die Ansiedlung von international operierenden Logistikdienstleistern.

(Quelle: duisport)

Eigner der neuen Hafenanlage für “hochwertige Stückgüter” in Duisburg-Wanheim ist die duisport-Gruppe.

Verarbeitung des Atommülls

Es ist für uns unverständlich, wie eine Atomanlage in so einem dicht bebauten Gebiet angesiedelt werden konnte, zumal der in Duisburg konditionierte Atommüll ja in der gesamten Republik und nicht vor Ort anfällt.

Die GNS ist eine Tochterfirma von EON (48%), RWE (28%), EnBW und Vattenfall.

Mit nur 18 Mitarbeiter (RP-Online, Arbeitsbedingungen) können in Wanheim-Angerhausen bis zu 3300 Tonnen strahlendes Material pro Jahr gelagert bzw. verarbeitet werden (WAZ: “Schwarzer Peter”).

Die GNS behandelt für Atomkernkraftwerke sowohl feste als auch flüssige radioaktive Abfälle bis zur Zwischen- und Endlagerfähigkeit.

(Quelle: GNS)

Metallische Reststoffe werden – so weit möglich – rezykliert. Hierzu werden die Schrotte dekontaminiert (gereinigt) und dann an den Schrotthandel weitergegeben. Ist eine Reinigung nicht möglich, werden die Schrotte in einem Spezialofen eingeschmolzen und die Metalle für Abschirmungen, Behälter oder sonstige Materialien, die in Kernkraftwerken oder kerntechnischen Einrichtungen benötigt werden, verwendet.

(Quelle: GNS)

Um die radioaktive Abfälle so kosteneffektiv wie möglich zu verarbeiten wird das Volumen des Abfalls möglichst stark verkleinert.

(Quelle: GNS)

Im Standort Duisburg werden folgende Anlagen von der GNS eingesetzt:

  • PETRA: Pellet-Trocknungsanlage
  • FAKIR: Hochdruckpresse zur Volumenreduzierung
  • MARS: Zerkleinern von Schrotten
  • Brennschneideanlage
  • Kabelschredderanlage
  • Zerlege- und Reinigungskabine

(Quelle: BFS Dokument Seite 17, BMU Dokument Seite 198)

Abfahrt

Der verdichtete Atommüll soll hauptsächlich mit der Bahn abtransportiert werden; über eine anachronistische, eingleisige Streckenführung.

Die Strecke führt von Duisburg-Wanheim-Angerhausen über Duisburg-Hochfeld und am Duisburger Zoo vorbei durch Oberhausen-Bottrop-Gelsenkirchen Nord-Herten-Recklinghausen Süd-Datteln-Waltrop nach Lünen. Dort geht es links auf die eingleisige Bahnstrecke Lünen-Lüdinghausen-Dülmen-Coesfeld-Ahaus.

(Quelle: linksunten)

Insbesondere die unbeschrankten Bahnübergänge Heiligenbaumstraße und Atroper Straße stellen ein großes Gefährdungspotenzial dar. Die Strecke führt mitten durch das Wohngebiet. Neben dem Bahnübergang Heiligenbaumstraße befindet sich eine Straßenbahnhaltestelle, auf der anderen Seite der Eingang zu einem Supermarkt. Viele Menschen kommen also in direkten Kontakt mit den Atommüllzügen.

Duisburg: Strahlenwerte sind gering