Duisburg und Fukushima

In Duisburg haben sich einige Bürger nach dem Fukushima-GAU bereits zu Aktionen zusammengefunden. Dies reichte von Mahnwachen für Japan bis zu Protestaktionen gegen die Atomlobby. Viele Duisburger überdenken deswegen gerade ihre Einstellung zur Atomernegie.

Naturereignisse wie Erdbeben oder Wetterereignisse kann man nicht verhindern. Man kann zwar versuchen sich so gut wie möglich auf sie vorbereiten, aber allen Vorkehrungen sind Grenzen gesetzt. Was man aber beeinflussen kann, sind unnötige Risiken – besonders ausschließlich durch Menschen verursachte Risiken. Man sollte zum Beispiel nicht das Risiko in Kauf nehmen, Energie aus einer Technologie zu gewinnen, die sich nicht beherrschen lässt und dessen Müll Millionen von Jahren hoch giftig weiter strahlt.

Es gibt aber Menschen, die aus Profitgier bereit sind diese Risiken einzugehen: So benutzt die Atomindustrie schon immer “Wegwerfarbeiter”, Leih- und Fremdarbeiter, die als “Strahlenfutter” verheizt werden um ihre teureren Atom-Techniker zu schonen. Die Konsequenzen bei einem Unfall gehen nicht auf Kosten der Manager und leitenden Angestellten der Betreiber, sondern auf Kosten der Bevölkerung und armer Teufel wie die Liquidatoren des Tschernobyl-GAU (hier ein Video über die Wegwerfarbeiter von TEPCO).

Die Duisburger sollten ihren besorgten Blick nicht allzuweit in die Ferne richten: Auch wenn das Atomkraftwerk Fukushima 9000 km von Duisburg entfernt liegt, befindet sich doch direkt in Duisburg eine Atommüllverarbeitungsanlage der GNS.

In Essen errichtet die GNS dagegen ein schickes neues Verwaltungsgebäude:

Die Rohbauarbeiten an dem repräsentativen Firmensitz, zwei Gebäudetrakte, die parallel zueinander stehen und durch einen geschwungenen Gebäuderiegel miteinander verbunden werden, sind mittlerweile abgeschlossen. In wenigen Monaten sollen die 300 Mitarbeiter aus dem zu eng gewordenen Verwaltungsgebäude Hollestraße an die Frohnhauser Straße ziehen.

(Quelle: waz)

Für Duisburg bleibt dagegen nur der Atom-Dreck übrig. Die Vergiftung der Bevölkerung hat in Duisburg bereits eine lange Tradition und konnte oft nur die Unternehmenspleite verhindert werden (BUS Dioxin-Skandal). Wir fragen uns, was für Menschen eine Atommüllverarbeitunggsanlage mitten in einem Wohngebiet planen, genehmigen, bauen und betreiben?

Die Duisburger Bevölkerung sollte ihren Blick also nicht nur auf Japan richten, sondern auch direkt auf die eigenen Stadt. Menschliches Versagen oder ein technischer Defekt in dieser Atommüllverarbeitungsanlage würde für die Duisburger Bevölkerung ähnliche Konsequenzen haben, wie jetzt für die Menschen in Tokio. Diejenigen Duisburger, die nicht bereit sind dieses Risiko für die GNS aus Essen zu tragen, sollten ihren Protest jetzt lokal organisieren:

  • Kennt ihr Euren Stromanbieter? Die GNS ist eine Tochterfirma von EON, RWE, EnBW und Vattenfall.
    Nur bei 4 Strom-Anbietern gibt es “echten” Ökostrom, alle anderen Anbieter lassen sich von euch nur den über-produzierten, billigen Wasserkraft-Strom z.B. aus Norwegen vergolden:
  • Kennt ihr das Forum von Duisburg-Atomfrei ?
    Hier könnt ihr euch anmelden und eigene Aktionen in Duisburg organisieren.
  • Kennt ihr die Kontaktadresse der Stadt Duisburg? Dort können besorgte Duisburger Bürger Fragen zu ihrer Stadt stellen:
    Stadt Duisburg, info@stadt-duisburg.de
    oder 0203-94000
  • Kennt ihr eure Volksvertreter in Duisburg ?

Die CO-Pipeline soll verhindert, die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) in Wanheim tunlichst geschlossen werden.
(Quelle: waz)

Da sollten unsere Duisburger Lokalpolitiker aus dem “tunlichst” ein “sofort” erwirken – wir helfen gerne.

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