Archiv für März, 2011

RWE Großdemonstration in Essen

Die Stadt Duisburg und die RWE: Wir fragen uns schon seit einem Jahr, warum es von den offiziellen Duisburger Institutionen keine Kommentare zur Atommüllanlage der GNS in Duisburg gibt. Jetzt hat sich das “Anti-Atomkraft-Bündnis Ruhrgebiet” gebildet, das genau dieses Thema aufgreift:

Anti-Atomkraft-Bündnis Ruhrgebiet informiert in einer Pressemitteilung über die Großdemonstration in Essen am Samstag, 2. April, 13.00 Uhr. Auftakt ist auf dem Willy-Brandt-Platz: “Nach dem Eintreten der Reaktorkatastrophe von Fukushima hat sich auch im Ruhrgebiet ein Bündnis gegen die Nutzung der Atomkraft gebildet. Diesem Bündnis gehören verschiedene Initiativen und Einzelpersonen aus den Ruhrgebietsstädten an, u.a. Greenpeace Ruhrgebiet, Anti-Atom-Plenum Bochum, alternative Kulturzentren. Das Anti-Atomkraft-Bündnis ruft zu einer Großdemonstration gerade in Essen auf, da hier der Sitz von RWE, des zweitgrößten Atomkonzerns in Deutschland, und weiterer ins Atomgeschäft verstrickten Unternehmen ist.
Quelle: www.bo-alternativ.de

Wer aber ist denn eigentlich die RWE ? Zunächst einmal einer der Mutterkonzerne der GNS, die unsere Atommüllanlage im Duisburger Wohngebiet betreibt. Und wem gehört die RWE? Zum Teil der Stadt Duisburg selbst! Und jetzt macht das große Schweigen der Stadt Duisburg auch wieder Sinn:

Die langjährige Verstrickung zwischen Politik und dem Atomenergieprofiteur RWE wird deutlich beim Blick in die Eigentümerstruktur von RWE: Städte und Gemeinden, davon viele aus dem Ruhrgebiet, halten ca. 16 Prozent des Aktienkapitals des Atomkonzerns. Beteiligt sind die Ruhrgebietsstädte Bochum, Bottrop, Dortmund, Dorsten, Duisburg, Ennepe Ruhr-Kreis, Essen, Gelsenkirchen, Gladbeck, Hamm, Herne, Lünen, Mülheim, Oberhausen, Recklinghausen und Witten. Die Ruhrstädte beziehen ihre Stromlieferung zu einem Großteil von RWE, dem zweitgrößten AKW-Betreiber in Deutschland. RWE betreibt fünf von siebzehn Atomkraftwerken bundesweit.

(Quelle: Die Linke)

Klar, wenn die Stadt Duisburg am Atomstrom vom RWE mitverdient, sitzt sie natürlich im Glashaus.  Und da fällt es dem einen oder anderen schon mal schwer, sich zum Atommüll in der eigenen Stadt zu äußern – zurzeit ist es für die Duisburger eh einfacher auf Japan zu zeigen.

Norman Foster bescheinigte der Stadt Duisburg “großes Potenzial“: Beim großen Potenzial wird es denn wohl auch bleiben, wenn die Stadtväter schon mit Atommüllverarbeitung die Stadtkasse aufbessern müssen.

Was macht die RWE ?

Stromkonzerne wollen gegen Atomabschaltung klagen

Die Stromkonzerne bereiten Widersprüche und Schadenersatzforderungen wegen der Zwangsabschaltung der sieben alten Atomkraftwerke vor. „Wir müssen das prüfen“, sagte eine RWE-Sprecherin am Samstag auf Nachfrage und bestätigte damit einen Bericht des „Spiegels“.

(Quelle: waz)

Wir ermuntern alle Duisburger am nächsten Samstag der RWE zu zeigen, was man als Duisburger von ihrer Atommüllanlage in unserem Wohngebiet hält – die Duisburger Stadtväter werden wahrscheinlich keine Zeit haben.

[Edit 3.4.2011]

Hier findet ihr einen Bericht der WAZ über die Demo in Essen.

Und hier noch ein schönes Video, dass das Problem mit der Atom-Lobby einfach beschreibt:



Erstellt am Sonntag 27. März 2011
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Duisburg und Fukushima

In Duisburg haben sich einige Bürger nach dem Fukushima-GAU bereits zu Aktionen zusammengefunden. Dies reichte von Mahnwachen für Japan bis zu Protestaktionen gegen die Atomlobby. Viele Duisburger überdenken deswegen gerade ihre Einstellung zur Atomernegie.

Naturereignisse wie Erdbeben oder Wetterereignisse kann man nicht verhindern. Man kann zwar versuchen sich so gut wie möglich auf sie vorbereiten, aber allen Vorkehrungen sind Grenzen gesetzt. Was man aber beeinflussen kann, sind unnötige Risiken – besonders ausschließlich durch Menschen verursachte Risiken. Man sollte zum Beispiel nicht das Risiko in Kauf nehmen, Energie aus einer Technologie zu gewinnen, die sich nicht beherrschen lässt und dessen Müll Millionen von Jahren hoch giftig weiter strahlt.

Es gibt aber Menschen, die aus Profitgier bereit sind diese Risiken einzugehen: So benutzt die Atomindustrie schon immer “Wegwerfarbeiter”, Leih- und Fremdarbeiter, die als “Strahlenfutter” verheizt werden um ihre teureren Atom-Techniker zu schonen. Die Konsequenzen bei einem Unfall gehen nicht auf Kosten der Manager und leitenden Angestellten der Betreiber, sondern auf Kosten der Bevölkerung und armer Teufel wie die Liquidatoren des Tschernobyl-GAU (hier ein Video über die Wegwerfarbeiter von TEPCO).

Die Duisburger sollten ihren besorgten Blick nicht allzuweit in die Ferne richten: Auch wenn das Atomkraftwerk Fukushima 9000 km von Duisburg entfernt liegt, befindet sich doch direkt in Duisburg eine Atommüllverarbeitungsanlage der GNS.

In Essen errichtet die GNS dagegen ein schickes neues Verwaltungsgebäude:

Die Rohbauarbeiten an dem repräsentativen Firmensitz, zwei Gebäudetrakte, die parallel zueinander stehen und durch einen geschwungenen Gebäuderiegel miteinander verbunden werden, sind mittlerweile abgeschlossen. In wenigen Monaten sollen die 300 Mitarbeiter aus dem zu eng gewordenen Verwaltungsgebäude Hollestraße an die Frohnhauser Straße ziehen.

(Quelle: waz)

Für Duisburg bleibt dagegen nur der Atom-Dreck übrig. Die Vergiftung der Bevölkerung hat in Duisburg bereits eine lange Tradition und konnte oft nur die Unternehmenspleite verhindert werden (BUS Dioxin-Skandal). Wir fragen uns, was für Menschen eine Atommüllverarbeitunggsanlage mitten in einem Wohngebiet planen, genehmigen, bauen und betreiben?

Die Duisburger Bevölkerung sollte ihren Blick also nicht nur auf Japan richten, sondern auch direkt auf die eigenen Stadt. Menschliches Versagen oder ein technischer Defekt in dieser Atommüllverarbeitungsanlage würde für die Duisburger Bevölkerung ähnliche Konsequenzen haben, wie jetzt für die Menschen in Tokio. Diejenigen Duisburger, die nicht bereit sind dieses Risiko für die GNS aus Essen zu tragen, sollten ihren Protest jetzt lokal organisieren:

  • Kennt ihr Euren Stromanbieter? Die GNS ist eine Tochterfirma von EON, RWE, EnBW und Vattenfall.
    Nur bei 4 Strom-Anbietern gibt es “echten” Ökostrom, alle anderen Anbieter lassen sich von euch nur den über-produzierten, billigen Wasserkraft-Strom z.B. aus Norwegen vergolden:
  • Kennt ihr das Forum von Duisburg-Atomfrei ?
    Hier könnt ihr euch anmelden und eigene Aktionen in Duisburg organisieren.
  • Kennt ihr die Kontaktadresse der Stadt Duisburg? Dort können besorgte Duisburger Bürger Fragen zu ihrer Stadt stellen:
    Stadt Duisburg, info@stadt-duisburg.de
    oder 0203-94000
  • Kennt ihr eure Volksvertreter in Duisburg ?

Die CO-Pipeline soll verhindert, die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) in Wanheim tunlichst geschlossen werden.
(Quelle: waz)

Da sollten unsere Duisburger Lokalpolitiker aus dem “tunlichst” ein “sofort” erwirken – wir helfen gerne.

Erstellt am Samstag 19. März 2011
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Fukushima und die Betroffenheitsmasche der Atomlobby

Angesichts der apokalyptischen Bilder aus dem Norden Japans und den emotionalen Bildern der Opfern fragen wir uns natürlich auch, was man jetzt am Besten machen könnte oder sollte. Die Interviews mit den hoch disziplinierten und sehr selbstbeherrschten Japanern gehen sehr zu Herzen.

Da möchte man am liebsten sofort etwas tun, was den Betroffenen vor Ort hilft und nicht einfach nur auf offensichtliche Mängel, die durch die Atomlobby verursacht worden sind hinweisen. Wir gehen davon aus, dass Deutschland in den nächsten Wochen, über das 40 Mann starke THW-Team hinaus, immer mehr praktische Soforthilfe nach Japan senden wird. Wir werden das natürlich mit den uns zur Verfügung stehenden Kräften unterstützen.

Wer meint, dass man aus Pietät den Opfern gegenüber jetzt lieber nur schweigen sollte, kann das gerne tun.

Wir meinen dagegen, dass man nicht der Betroffenheitsmasche der Atomlobby erliegen sollte. Es handelt sich hier nicht nur um eine unvermeidliche Tragödie, ein zufälliges Naturereignis, sondern auch um die Folgen von menschlichen Versagens und reiner Profitgier. Wir werden deswegen auch weiterhin darauf hinweisen, welche Faktoren aus einer Naturkatastrophe nun eine drohende Atomkatastrophe gemacht haben:

Im Falle einer Reaktorkatastrophe aber, wodurch auch immer sie ausgelöst wurde, fehlt genau dieser entscheidende Faktor: die regionale Begrenzung. Einmal entwichene Radioaktivität kann nicht einfach wieder eingefangen werden, sie kann aber, je nach Ausmaß des Ausstoßes, viele fremde Länder und ihre Menschen in Mitleidenschaft ziehen.

- Die Tokyo Electric Power Company (Tepco) ist der größte Energieproduzent Japans. In der Vergangenheit machte das Unternehmen mehrfach negative Schlagzeilen durch falsche oder zögerliche Informationspolitik bei Störfällen und Routineinspektionen.
- 2002 mussten der Präsident des Unternehmens und vier weitere leitende Manager zurücktreten, weil jahrelang Sicherheitsprotokolle gefälscht worden waren. Dem 1951 gegründeten Unternehmen wurde vorgeworfen, 29 Reparaturberichte gefälscht zu haben. Fünf Reaktorblöcke mussten zeitweilig abgeschaltet werden – darunter auch Fukushima 1.
- Vier Jahre später geriet Tepco erneut wegen Fukushima 1 in Erklärungsnot. Damals ordnete die Regierung eine Nachprüfung der Kühlwassertemperatur-Berichte aus den Jahren 1985 und 1988 an. Gefälschte Angaben sollen auch den Inspektoren bei den regelmäßigen Kontrollen vorgelegt worden sein. 2007 sprach der Energieversorger selbst von weiteren gefälschten Daten – bei diesen beiden Vorfällen wurden jedoch keine Kraftwerksabschaltungen angeordnet.
- Fukushima 1 ist 40 Jahre alt: Fukushima 1 liefert bereits seit fast vier Jahrzehnten Strom – der Siedewasserreaktor ging im November 1970 ans Netz.

Es handelt sich hier also um einen Energieversorger, der jahrelang kriminelle Aktionen im Unternehmen geduldet hat. Wer meint, dass dies nur im 9000 km entfernten Japan passiert, sollte sich von Ranga Yogeshwar eines Besseren belehren lassen:

40 Jahre Vertuschen und Versagen

Die deutsche Atompolitik und die Energieversorger: Eine Geschichte gemeinsamer Interessen

Quelle: Quarks&Co

Erstellt am Sonntag 13. März 2011
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Fukushima Mahnwachen: Montag den 14.03. um 18:00 Uhr

Unter dem Motto: Fukushima ist überall – Atomausstieg jetzt!
finden bundesweit am morgigen Montag den 14.03. Mahnwachen um 18:00 Uhr statt

(siehe auch: Fukushima und die Betroffenheitsmasche der Atomlobby)

Das Klimabündnisses Niederrhein und der BUND-Duisburg laden Euch zur Mahnwache in Duisburg am morgigen Montag um 18:00 Uhr, Treffpunkt Life Saver Brunnen in der Duisburger Innenstadt ein.

Weitere Informationen zu Mahnwachen in unserer Umgebung findet ihr unter: Bundesweit Mahnwachen für den Atomausstieg

Erstellt am Sonntag 13. März 2011
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Atomkraftkatastrophe in Japan und die deutsche Regierung

Ist eine Atomdebatte zum jetzigen Zeitpunkt gerechtfertigt ?

Edit 19.03.2011: Nur wenige Tage nach dem Erscheinen dieses Artikels hat die Kanzlerin mit ihren Politikern (Mappus und Röttgen) den Wahlkampfpanik-Knopf gedrückt, weswegen die Atomdebatte nun doch im vollen Gange ist. Was soll man nur von solchen Wendehälsen halten?

Zurzeit versuchen einige deutschen Politiker die akute Diskussion gegen deutsche Atomkraftwerke zu unterbinden. Herr Röttgen (CDU) machte den Anfang:

Einer neuen Atomdebatte in Deutschland erteilte Röttgen wegen der derzeitigen “akuten Notlage” in Japan eine Absage. Das sei nicht der Tag “der parteipolitischen Debatte, ich möchte mich daran nicht beteiligen”.

(Quelle: ZDF)

Mittlerweile kopiert ihn aber auch Herr Gabriel von der SPD. Schön wenn Regierung und Opposition sich sogar in der Öffentlichkeit einig geben, so ein Glück hat der Bundesbürger sonst nur bei der Erhöhung der Diäten.

Das ist fein: Wegen der akuten Notlage in Japan, sollte man aus Pietät auch keine Atomdebatte in Deutschland führen. Doch genau die Unterdrückung einer offenen Atomdebatte hat in Japan zum derzeitigen Katastrophenfall geführt: gleich 2 Reaktoren stehen vor der Kernschmelze. Wir sind überrascht, dass unsere Volksvertreter von einem plötzlichen Sturzbach der Empathie für die japanische Bevölkerung so überwältigt worden sind, dass es ihnen die Sprache verschlagen hat – zumindest beim Thema Atomkraft, denn ansonsten spricht Herr Röttgen im Fernsehen ja fleißig weiter.

Wie dem auch sei, wir schließen uns dieser Meinung nicht an (hier findet ihr eine detailiertere Erklärung von uns).

Was sagt die Kanzlerin ?

“Wir wissen, wie sicher unsere Kraftwerke sind”

(Quelle: ARD)

Nun, dann sollte sie sich Sorgen machen. Denn Japan ist kein maroder Ostblockstaat, sondern technisch sogar weiter entwickelt als Deutschland. Hier schon mal ein Blick in die politischen Debatten der nächsten Wochen

Die Atombefürworter halten sich zwar mit Stellungnahmen noch weitgehend zurück, aber ihre Argumente sind schon absehbar. Zwei Stoßrichtungen werden sie verfolgen.

Zum einen kommt mit Sicherheit der Hinweis auf den hohen technologischen Standard in Deutschland, “Made in Germany” als Beruhigungspille, die aber bei vielen schon lange nicht mehr wirkt. Auch hierzulande wird geschlampt, (…) katastrophale Umgang mit Atommüll im maroden Forschungsendlager Asse (…) Wir haben in Deutschland technologisch alles im Griff, diese Beteuerung besitzt kaum noch Glaubwürdigkeit, zumal Japans Industrie mit den gepriesenen deutschen Standards locker mithalten kann.

Zum anderen werden wir uns mit dem Hinweis der Atombefürworter auf die “besonderen Umstände” in Japan auseinandersetzen müssen. Das war schließlich so nicht vorhersehbar, erst eine Welle von Erdbeben, dann eine Flut gigantischen Ausmaßes. Da muss ja jede Technik versagen. In Deutschland werden diese Naturgewalten aber so nicht eintreten. Deshalb keine Sorge.

(…) Aber es muss gar nicht ein Erdbeben sein, das zu einem Unglück führt. Es reicht menschliches Versagen, ein Terroranschlag oder, als besonderer Umstand, ein Flugzeugabsturz. Aus diesem Grund sind die Ängste und Sorgen vieler Menschen berechtigt und deshalb kann die Diskussion über die Rolle der Atompolitik in Deutschland gar nicht früh genug wieder beginnen.

(Quelle: Deutschlandfunk)

Und tatsächlich, in Deutschland hätte im Atomkraftwerk Biblis B bei einem Ausfall der Standardkühlung bereits viel früher die Kernschmelze eingesetzt.

Atomkraftwerke benötigen normalerweise sehr viel Strom, um die großen, von Elektromotoren getriebenen Kühlwasserpumpen am Laufen zu halten. Batterien genügen dafür nicht. Dass sich die Anlage Fukushima Daiichi bisher offenbar mit Batterien über die Runden retten konnte, liegt daran, dass sie über eine dampfgetriebene Pumpe verfügt. Der Strom aus den Batterien dient hierbei nicht für den Antrieb, sondern nur für die Steuerung.

(…) Das deutsche Atomkraftwerk Biblis B beispielsweise verfügt nicht über eine derartige dampfgetriebene Notkühlpumpe. Und es gibt noch einen weiteren, ganz wesentlichen Unterschied: In Biblis B reichen die Batterien zur Steuerung des Kraftwerks nur für größenordnungsmäßig zwei Stunden. Die Batterieversorgung in Fukushima Daiichi hingegen verfügt(e) über eine Batteriekapazität von sechs bis acht Stunden. Das ist ein ganz erheblicher Unterschied.

(Quelle: IPPNW)

Somit sieht es in Deutschland so aus: geringere Gefahren von Erdbeben und Tsunamis -> geringere Sicherheitsvorkehrungen. Wohlgemerkt: bei identischem Risiko menschlichen Versagens oder Profitgier nach dem Motto: ich bleib auch noch am Netz, wenn ich Störmeldungen habe, oder Sicherheitsmängel bereits erkannt worden sind – der Zufall besorgt dann den Rest.

Mit wem arbeitet unsere Regierung zusammen?

IAEO/IAEA

Die Kanzlerin berufte sich in einer Rede auch auf die gute Zusammenarbeit mit der IAEO (englisch: IAEA). Was ist das überhaupt für eine Organisation, in dessen Hände die Kanzlerin die Sicherheit der deutschen Bevölkerung legen will?

“Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO, englisch: International Atomic Energy Agency, IAEA) (…) soll also als Lobbyist der Atomenergie die Anwendung radioaktiver Stoffe und die internationale Zusammenarbeit hierbei fördern …”

(Quelle: wikipedia)

Es handelt sich also um eine Lobbyorganisation der Atomwirtschaft. Die beschworenen Zusammenarbeit mit der Kanzlerin sollte uns Bundesbürger nachdenklich stimmen. Aber sieht man denn nicht zurzeit immer wieder Fernsehberichten in denen die IAEA bereits unsichere japanische Kernkraftwerke abschalten ließ? Lassen wir die IAEA doch einfach selbst antworten:

«Nukleare Sicherheit liegt in der Verantwortung der Mitgliedsländer», sagte ein IAEA-Beamter. Die IAEA habe vielleicht eine moralische Autorität, aber keine juristisch bindende. Im Notfall könne sie sich um die internationalen Konsequenzen eines Unfalls kümmern, wie die Gesundheitsrisiken für die Menschen und die Ausbreitung der radioaktiven Wolke: «Das können wir aber nur dann tun, wenn wir offizielle Informationen und Fakten bekommen.»

(Quelle: stern)

Also: Wenn in Japan jemals etwas abgeschaltet wurde, dann nur weil es der Oberste Gerichtshof Japans so angeordnet hatte. Und der ordnet eine Stilllegung eines Atomkraftwerks wirklich nur dann an, wenn es sich absolut nicht mehr vermeiden lässt.

Der IPPNW-Deutschland (ein Verein der von Medizinern gegründet wurde) hatte bereits bei der letzten großen Atom-Katastrophe in Tschernobyl aufgezeigt, dass die IAEA die Öffentlichkeit gezielt täuscht:

Im Bericht der IAEA heißt es dagegen: « … berichtete negative Gesundheitseffekte, die in Verbindung mit der Strahlung stehen, wurden nicht erhärtet – weder durch ordentlich durchgeführte lokale Studien noch durch die Studien dieses Projektes … Die Kinder, die untersucht wurden, waren völlig gesund… Die Daten enthalten seit dem Unfall keinen deutlichen Anstieg von Leukämie oder Schilddrüsentumoren« (1). Wie durch spätere unabhängige Forschungen und durch Recherchen der BBC nachgewiesen werden konnte, hatte die IAEO mit ihrer internationalen Expertenkommission zum Zeitpunkt des Kongresses und der Berichtlegung 1991 bereits alle wichtigen Fakten einschließlich des histopathologischen Nachweises für den zig-fachen Anstieg des Schilddrüsenkrebses bei Kindern in den Händen.

(Quelle: IPPNW)

Die Energiekonzerne

Nur der Vollständigkeit halber hier ein paar aktuelle Aussagen der Energiekonzerne:

Der Energiekonzern RWE will seine Atomkraftwerke wie geplant länger am Netz lassen.

Alter ist kein Maßstab für die Sicherheit einer Anlage. Entweder ein Atomkraftwerk erfüllt die Sicherheitsanforderungen oder nicht“, sagte das Vorstandsmitglied der RWE Power AG, Gerd Jäger, der „Welt am Sonntag“.

In Deutschland würden höchste Sicherheitsstandards angesetzt. Naturkatastrophen wie der Tsunami in Japan seien in Europa zudem nicht zu erwarten. Bei RWE sei jeder AKW-Standort genau überprüft worden, und die Sicherheit habe oberste Priorität, wurde der Manager zitiert. „Dennoch gibt es natürlich wie in allen Lebensbereichen Restrisiken.“

(Quelle: Wirtschaftswoche)

Gut, war ja nicht anders zu erwarten. Wenn Herr Jäger seine Restrisiken doch bitte alleine tragen würde, wäre uns schon sehr geholfen.

Erstellt am Sonntag 13. März 2011
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Spontandemo zur Atomkraftkatastrophe in Japan

Während die meisten von uns noch wie gelähmt auf die Bilder der Atomkraftkatastrophe in Japan blicken, gab es bereits eine erste Aktion in Duisburg:

Am Samstag (12.03.11) fand am Duisburger Hauptbahnhof um 18:oo eine Demonstration statt.

Auch wenn von hier aus die Katastrophe in Japan nicht mehr zu ändern ist, haben wir die Möglichkeit das drohende Risiko einer deutschen Katastrophe zu beeinflussen.

Hintergrundinformationen und eine detaillierte Chronologie zu den Ereignissen findet ihr u.a. hier.

Hier ein Bericht der WAZ zur Demo:

(…)

„Wir haben heute den ganzen Nachmittag vor dem Fernseher gesessen und die Ereignisse verfolgt. Es ist schlimm genug, dass wir für Japan nichts tun können, aber die Katastrophe zeigt, dass wir uns in Deutschland ebenso mit der Frage der Atomkraftwerke beschäftigen müssen“, betont Peter Römmele. Der 33-jährige Thyssen-Krupp-Mitarbeiter ist sich sicher, dass sich auf politischer Ebene nichts ändern wird. „Das geht nur über den Druck der Straße“, sagt er kämpferisch. Davon ist auch Politik-Student Malte Albrecht (23) überzeugt: „Das ist das einzige Mittel, sich individuell zu solidarisieren.“ Eskortiert von der Polizei zogen die Protestler friedlich zur Königstraße. Dabei appellierten sie an die Politik und insbesondere an Bundesumweltminister Röttgen, in Deutschland die Atomkraftwerke abzuschalten.

(…)

(Quelle: WAZ)

Erstellt am Samstag 12. März 2011
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