Xmas und schöne Castor-Transporte

Die Atomindustrie wird uns schon in der Vorweihnachtszeit ein ganz besonderes Geschenk liefern. Nach Gorleben wird sie im Dezember gleich mit 2 weiteren Castor-Transporten durch die Republik ziehen:

Greenpeace

Zurzeit scheint ein Atomtransport den nächsten zu jagen: Kaum hatten die elf Castoren aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague das Zwischenlager Gorleben erreicht, berichtete die Süddeutsche Zeitung von einem nächsten Transport auf entgegengesetztem Weg: Aus dem nordrhein-westfälischen Zwischenlager Ahaus sollen insgesamt 18 Castoren in die Wiederaufbereitungsanlage Majak im Südural gebracht werden. Für Mitte Dezember und Anfang 2011 sind zudem zwei weitere Castortransporte zum Zwischenlager Nord (ZLN) bei Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern angekündigt.

Für einen schnellen Überblick:

Ahaus nach Majak

Der Spiegel:

Es handelt sich demnach um geplante Transporte von 951 Brennelementen in insgesamt 18 Castoren, die aus dem nordrhein-westfälischen Zwischenlager Ahaus in das russische Atomzentrum Majak im Ural gebracht werden sollen.

(…)

Umweltschützer und Grüne kritisieren den Plan scharf. “Billig vor sicher, nur darum geht es hier”, sagte die atompolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl.

Hier ein Video-Beitrag von Monitor über Majak.

Cadarache nach Lubmin

Die Zeit:

Vermutlich am 16. Dezember sollen vier Castor-Behälter mit 52 Brennstäben in das atomare Zwischenlager Nord an die Ostseeküste gebracht werden.

(…)

Atomkraftgegner und Kommunalpolitiker sind vor allem deshalb mobilisiert, weil sie darauf dringen, dass nahe Lubmin nur Brennelemente aus den ehemaligen DDR-Atomkraftwerken Lubmin und Greifswald eingelagert werden. Doch diesmal stammt der hoch radioaktive Brennstoff aus dem Kernreaktor des Frachters “Otto Hahn” in Geesthacht und dem Nuklearforschungszentrum Karlsruhe. Sie sollen aus der Aufarbeitungsanlage im französischen Cadarache an die Ostseeküste transportiert werden.

Aktionen

Das beide Transporte zur gleichen Zeit durchgeführt werden ist sicher kein Zufall: die Demonstranten müssen sich nun entscheiden. Traditionell empfehlen wir die Aktion unserer Freunde in Ahaus. Hier findet ihr den Aufruf:

Wer sich aber mit der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern solidarisieren will, findet hier bei lubmin-nixda weitere Informationen.

Kostenoptimierung

Wie man sieht: die Atomindustrie drückt auf die Tube und die Kosten. Für die Transporte nach Russland haben sie bereits ein besonders günstiges Schiff verpflichtet:

scharf-links:

Russischen und deutschen Atomkraftgegnern ist es gelungen, das Schiff für den Transport der hochradioaktiven Brennelemente von Ahaus nach Russland zu enttarnen. Nach Recherchen der Umweltinitiativen handelt es sich dabei um das russische Atomschiff MCL Trader der St. Petersburger Atomreederei ASPOL Baltic.

(…)

Besonders alarmierend ist jedoch ein schwerer Seeunfall der MCL Trader am 17. Mai 2008, als das Schiff auf dem Weg von Hamburg über Halmstad/Schweden nach St. Petersburg war. Direkt vor Bornholm fuhr das Schiff auf eine Sandbank auf. Die dänischen Behörden nahmen daraufhin den Kapitän und den Steuermann in Gewahrsam – wegen Trunkenheit! Die Ermittlungen der dänischen Seefahrtsbehörde ergaben, dass zum Unfallzeitpunkt niemand auf der Brücke des Schiffs war!

Hinzu kommt, dass Majak bereits ein von der russischen Atomindustrie stark geschundener Ort ist:

Welt:

„Etwa 20 Millionen Curie, halb soviel wie bei der Katastrophe von Tschernobyl, wurden in Osjorsk freigesetzt“, glaubt der russische Atomexperte Wladimir Kusnezow. Andere Quellen sprechen indes davon, dass erheblich mehr Strahlung frei wurde, als es in Tschernobyl der Fall war, wo ein Reaktor nach einer Kernschmelze explodiert war. 1957 jedenfalls zog eine radioaktive Wolke mehrere Hundert Kilometer in den Ural und hinterließ eine Schneise der Verseuchung. Auf einer Fläche so groß wie Mecklenburg-Vorpommern rieselte radioaktives Material zu Boden. Dabei handelte es sich vor allem um Strontium-90 und Cäsium-137.

Kommentare sind geschlossen.