Anfrage zur GNS in Duisburg

Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 04.12.2009

“Behandlung von nuklearem Abfall durch die “Gesellschaft für Nuklearservice” (GNS) in Duisburg”

Beantwortung der Fragen:
Die zuständige Stelle für Genehmigungen und Überwachungsaufgaben im Bereich des Strahlenschutzes auf Duisburger Stadtgebiet ist die Bezirksregierung Düsseldorf, an die diese Fragen weiter geleitet wurden. Sie wurden dort vom zuständigen Dezernat wie folgt beantwortet:

1. Wie hoch ist die derzeit auf dem GNS-Werksgelände zwischengelagerte Menge radioaktiven Materials und wie wird sichergestellt, dass die genehmigte Gesamtmenge nicht überschritten wird?

Zurzeit befinden sich auf dem Gelände gemäß der Bestandsmeldung für Januar 2010 rund 2500 t. Die Menge radioaktiven Materials variiert mit jedem Transport. Eine Überschreitung wird durch die Überwachung ausgeschlossen, da jeder Transport radioaktiven Materials der Aufsichtsbehörde im Voraus mitzuteilen ist.

2. Welcher Rahmen der Lagerung und des Transports ist durch die derzeitige Genehmigung konkret erlaubt?

Insgesamt dürfen am Standort Duisburg maximal 3300 t über alle Flächen und Materialkategorien gelagert werden. In dieser Menge sind die in der Antwort zur Frage 4 der kleinen Anfrage 3685 genannten 600 t, die für die Lagerung in Ahaus aufbereitet werden, enthalten. Es gibt keine Genehmigung zur ausschließlichen Zwischenlagerung, sondern nur Bereitstellung im Zusammenhang mit der Verarbeitung und zum Abtransport. Die Genehmigung enthält keine Auflagen hinsichtlich der Anzahl der Transporte. Zum Schutz der Anwohner vor nächtlicher Lärmbelästigung sind die regelmäßigen Transportzeiten eingeschränkt.


3 Gibt es ein derzeit erhöhtes Transportaufkommen, mit welchen Verkehrsträgern (LKW oder Bahn) erfolgen diese, und wie wird beim Transport durch Wohngebiete eine (zusätzliche) Gefährdung ausgeschlossen?
An Hand der Mitteilungen über den An- und Abtransport ist kein erhöhtes Transportaufkommen erkennbar, weder durch LKW noch durch die Bahn. Die Transporte werden entsprechend den Gefahrgutvorschriften durchgeführt und überwacht. Dadurch ist grundsätzlich sichergestellt, dass die Anwohner keiner vom Transportaufkommenausgehenden Strahlenbelastung ausgesetzt sind. Diese Fragen wurden im Rahmen des Genehmigungsverfahrens zum Änderungsbescheid zur U 33/02 vom 03.07.2007 geprüft.
Transporte durch das angrenzende Wohngebiet finden nicht mehr statt, da die Zuwegung jetzt über die Richard-Seiffert-Straße erfolgt.
4 Welcher Art und welchen Ursprungs ist das zugeführte Material? Handelt es sich hierbei lediglich um schwach aktives Material, oder wird auch stärker belastetes Material, z.B. aus Reaktorbauteilen angeliefert?
Die radioaktiven Reststoffe und Abfälle stammen aus Kernkraftwerken, kerntechnischen Anlagen und Landessammelstellen. Auf Grund von Mitteilungen über den An- und
Abtransport und die wöchentlichen Bestandsmeldungen ist sichergestellt, dass die genehmigten Werte eingehalten werden, sowohl hinsichtlich der Menge als auch der
Aktivität.

Es gibt keine juristisch verifizierbaren Grenzwerte in Bq oder Bq/g, die eine Einteilung von Materialien in schwach aktives Material oder stärker belastetes Material ermöglichen. Daher kann ohne konkrete Angabe darüber, ab welcher Größenordnung in Bq/g Sie Material als schwach aktiv oder stärker belastet ansehen, eine Aussage über die jeweiligen Anteile des Materials bei der GNS getroffen werden. Radioaktive Abfälle werden lediglich unterschieden in wärmeentwickelnde Abfälle und Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung. Wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle sind durch hohe Aktivitätskonzentrationen und damit hohe Zerfallswärmeleistungen gekennzeichnet. Derartige Abfälle sind abgebrannte Brennelemente sowie das Spaltproduktkonzentrat aus der Wiederaufbereitung dieser Brennelemente. Wärmeentwickelnde Abfälle werden nicht nach Duisburg geliefert.
5 Findet ein vermehrter Abtransport statt, mit welcher radioaktiven Belastung und mit welchem Ziel?
Es findet kein vermehrter Abtransport statt, da nur zur Verarbeitung anstehendes Material angeliefert wird und die Aufenthaltsdauer durch Genehmigungsauflagen beschränkt ist.
6 Wie wird die Absicherung auf dem Gelände gewährleistet und kontrolliert?
Es liegt ein sicherheitstechnisches Konzept der Anlage vor, welches durch ein Gutachten vor Erteilung der Genehmigung bestätigt wurde. Nach Erteilung der Genehmigung erfolgte eine erneute Kontrolle durch einen anderen Sachverständigen zur Umsetzung des Konzeptes. Ferner erfolgen regelmäßige Kontrollen durch die Aufsichtsbehörde. Details zur Absicherung des Geländes werden aus sicherheitsrelevanten Gründen nicht veröffentlicht.

Die vollständige Anfrage mit den entsprechenden Antworten auf die Anfrage können Sie unter dem folgenden Link herunterladen

Antwort_Gruene_GNS-DU_2009-12-08

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