Archiv für Mai, 2011

Atommüllfabrik im Duisburger Wohngebiet: Wie lange noch?

Angesichts der atomaren Katastrophe in Fukushima fragen sich immer mehr Duisburger, wie groß die Gefahr der GNS Atommüllanlage im Duisburger Wohngebiet ist und wie lange die Duisburger Bevölkerung dieser Gefahr noch ausgesetzt werden soll?

Die Gefahr

Am kritischsten ist für die Duisburger die Belüftungsanlage der alten  Rheinstahlhallen: Halten die Filter die radioaktiven Stäube wirklich sicher zurück – jeden Tag?

Ein Problem um das sich auch der Ortsverband der Grünen im Duisburger Süden Sorgen macht:

„Besonders gefährlich wären Rauchschwaden, die aus radioaktiven Partikeln bestehen. Werden diese eingeatmet, dann sind selbst schwach- bis mittelradioaktive Stoffe gefährlich“ , fügt Chemikerin Dr. Birgit Beisheim, Kassiererin des Ortsverbandes der Grünen und Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, hinzu.

(Quelle: waz)

Niemand kontrolliert was die GNS täglich durch ihren Kamin an die Duisburger Umwelt abgibt, nur sie selbst – und alle paar Jahre ein “Sachverständiger”.

Also alles fast genauso wie bei der Duisburger Dioxin-Katastrophe, die 1999 direkt neben der GNS durch die B.U.S. verursacht wurde: Damals hatten kriminelle Betreiber die Anlage aus Profitsucht so manipuliert, dass der Filter umgangen wurden. Aber leider nur fast: Im Gegensatz zur Duisburger Dioxin-Katastrophe gibt es diesmal keine unabhängigen Meßgeräte außerhalb der GNS!

Die Stadt Duisburger spart sich die Messungen in der Umgebung der GNS. So würde ein defekter Filter oder eine absichtlich herbeigeführte Staub-Emission aus der Atommüllfabrik gar nicht bemerkt werden. Damals konnte die Dioxinvergiftung durch externe Dauermess-Stationen bemerkt werden.

Wer würde heute die Duisburger Bevölkerung alarmieren, wenn in der Nacht radioaktive Stäube aus der GNS Atommüllanlage entweichen würden und was könnte man dann noch machen?

Die Dauer

Dazu muss man wissen, dass der größte Anteil des Atommülls schwach- und mittelradioaktiver Atommüll ist (90%).

Den mengenmäßig größten Teil der atomaren Abfallmenge macht der schwach- und mittelradioaktive Müll aus (…) Auf 277.000 Kubikmeter veranschlagte das BfS die zu entsorgende Menge im Jahr 2040 bislang (…). Diese Menge wird sich durch längerer Laufzeiten unwesentlich um 9000 Kubikmeter erhöhen, weil der größte Teil davon erst beim Abriss der Meiler nach einer Stilllegung anfallen wird

(Quelle: verivox)

Die GNS in Duisburg hat eine Genehmigung genau für diesen schwach- und mittelradioaktiver Atommüll und rechnet sogar mit mit bis zu 340.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiven Atommüll.

Das bedeutet, dass das richtig große Geschäft mit dem schwach- und mittelradioaktiver Atommüll sogar erst dann beginnt, wenn Atomkraftwerke abgerissen werden.

Selbst wenn alle deutschen AKWs morgen abgeschaltet würden, wären die Probleme in Duisburg nur noch größer als sie jetzt schon sind.

Erstellt am Sonntag 1. Mai 2011
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