Archiv für Januar, 2011

Duisburg-Atomfrei feiert seinen 1. Geburtstag

Wir feiern heute unseren 1. Geburtstag, denn genau vor einem Jahr kam uns die Idee eine Informations-Seite zu der Duisburger Atomüllanlage einzurichten. Damals organisierten unsere Freunde aus Ahaus einen Autokorso von Ahaus nach Duisburg. Durch diese Demonstration motiviert, wollten wir die “vergessene Atommüllanlage” der GNS wieder ins Bewusstsein der Duisburger Bürger bringen:

Hier die Maße der Duisburger Atommüllanlage:

  • 3300 Tonnen Atommüll
  • nur 100m vom nächsten Supermarkt,
  • 200m vom nächsten Mehrfamilienhaus
  • und 400m vom nächsten Kindergarten entfernt.

Zum Vergleich: In NRW ist ein Mindestabstand von 1500 Metern zwischen einer Windkraftanlagen und einer Wohnbebauung einzuhalten!

Die Firma GNS hat die Genehmigung über 3300 Tonnen Atommüll vom Düsseldorfer Ministerium für “Arbeit, Gesundheit und Soziales” erhalten – direkt in einem Ballungsgebiet.

Mit unserer Informationsseite haben wir uns in die Tradition unserer Vorgänger eingereiht, die bereits vor langer Zeit, nämlich seit 1985 gegen diese Atommüllanlage demonstrierten (links ein Aufkleber aus dieser Zeit).
Diese Bürgerinitiative hatte bereits Gelder für einen Prozess eingeworben und auch geklagt. Doch während des laufenden Verfahrens konnte der stellvertretende Hauptkläger der Bürgerinitiative urplötzlich sein Mehrfamilienhaus weit über dem Verkehrswert verkaufen und ist auch anschließend überstürzt aus Wanheim weggezogen. Dadurch brach die Klage zusammen. Alle juristischen Möglichkeiten waren danach leider verfristet.

Nun will die aktuelle Bundesregierung aus finanziellen Gründen durch die Laufzeitverlängerung noch einmal mindestens 30% zusätzlichen Atommüll produzieren. Das wird sich auch in Duisburg bemerkbar machen. Der Widerstand der Atomkraftgegner muss also wieder aktiviert werden.

Die meisten Aktionen zum Thema Atommüll werden von engagierten Bürgern, Lokalpolitikern der Duisburger Grünen und Linken und dem BUND-Duisburg organisiert. Dadurch hat es Duisburg sogar in den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung NRW geschafft. Und zwar nur an einer einzigen Stelle (Seite 31):

Die  Landesregierung  wird  prüfen,  inwieweit  Genehmigungen  für  die  Urananreicherungsanlage Gronau und für die Konditionierungsanlage GNS in Duisburg als Teil der atomaren Brennstoff-
kette zurückgenommen oder eingeschränkt werden können. Darüber hinaus wird die Landesre-
gierung notwendige Konsequenzen aus dem Unfall in der UAA Gronau im Januar 2010 ziehen. Eine mögliche Erweiterung beider Anlagen wird abgelehnt.

Aber Düsseldorf ist zumindest in dieser Beziehung sehr weit weg von Duisburg und der öffentliche Druck in Duisburg hält sich noch in überschaubaren Grenzen. Denn eins muss man dem Management der GNS lassen: der Ort auf dem ehemaligen Thyssen-Werk in Wanheim war gar nicht so schlecht gewählt. Diese Atommüllanlage wird von vielen Duisburgern noch völlig ignoriert, obwohl man sie sehr gut von der “Heinrich-Hildebrand-Höhe” bestaunen kann.

Dieser Berg, direkt gegenüber der GNS Atommüllanlage,  ist übrigens ein weiteres Mahnmal für den “Duisburger Strukturwandel”: Hier lagern 3000 Tonnen Zink, 2000 Tonnen Blei und 300 Tonnen Cadmium. Überbleibsel der BUS, die 1999 fahrlässig mehrere Tonnen Dioxin-haltigen Staub über Duisburg verteilte.  Die Anwohner wurden damals erst drei Tage nach dem Unglück informiert.

Bleibt zu hoffen, dass die Atommüllanlage der GNS in Duisburg geschlossen werden kann, bevor es zu einer ähnlichen, diesmal radioaktiven, Katastrophe in Duisburg kommt.

Erstellt am Dienstag 25. Januar 2011
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