Beschluß der Bezirksvertretung zur GNS aus dem Jahre 1987

Duisburg 1987

Absegnung der GNS

Ein brisantes Dokument der Bezirksvertretung Duisburg Süd aus dem Jahre 1987 ist wieder aufgetaucht.

Lapidar als “Anlage 1″ gekennzeichnet befand es sich in der Antwort der Landesregierung auf die  aktuelle Anfrage (14.05.2010) der Bezirksvertretung Süd (Antwort_Bezirk_GNS-DU-Genehmigung_2010-05-14b).

Die ambivalente Argumentation der damaligen Bezirksvertretung ist in erschreckendem Maße opportunistisch:

Zusammengefasst:

I: “Atomkraft Nein Danke”

dann aber

II: “doch alles nicht so schlimm – GNS Anlage durchwinken”

Die Katastrophe von Tschernobyl geschah am 26. April 1986 !

Politische Situation 1987

Wer sich für die Zusammensetzung der damaligen Volksvertretung interessiert:

  • Bezirksrat Duisburg Süd 1984:
    • SPD 11 Sitze
    • CDU 7 Sitze
    • Grüne 1 Sitz
  • Stadtrat Duisburg 1984:
    • SPD 50 Sitze
    • CDU 26 Sitze
    • Grüne 7 Sitze

(Quelle: wikipedia)

  • Oberbürgermeister Duisburg 1975–1997: Josef Krings, SPD (Quelle: wikipedia)
  • Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen 1978-1998: Johannes Rau, SPD (Quelle: wikipedia)
  • Landtag NRW 1985 (Quelle: Landtag NRW):
    • SPD 125 Sitze,
    • CDU 88 Sitze,
    • FDP 14 Sitze

Kontrolle ist besser ?

Wenigstens sind damals einige Überwachungsmaßnahmen beschlossen worden. Es stellt sich für die Anwohner allerdings die Frage, ob diese Maßnahmen überhaupt jemals durchgeführt worden sind und wenn ja, ob sie auch heute noch durchgeführt werden.

20 Jahre später

Und das Beste kommt zum Schluss:

Daran hatte sich weder irgendein Oberstadtdirektor noch die Firma Thyssen deren Nachfolgerin ThyssenKrupp AG oder deren indische Nachfolgerin SONA gehalten.
Die lange Kette von Erweiterungsgenehmigungen von 1985 bis 2007 ist in einem eigenen Artikel “Anfrage zur Erweiterung der GNS in Duisburg” beschrieben, die aktuellen Erweiterungsbestrebungen der GNS im Artikel “Erweiterung der GNS Atommüllanlage“.

Atomkraft: Eine Frage der Wahl?

Wen diese 20 Jahre alte Geschichte nachdenklich gemacht hat, sollte sich noch mal die politische Historie der Parteien zum Thema Atomkraft ansehen. Gerade für jüngere Wähler hat Greenpeace dazu 2005 eine gute Übersicht zusammengestellt:

Heute sind wir wieder 5 Jahre weiter …

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